Warum MikroSafari?

Es gibt viele  Menschen, die sich mit dem Klimawandel und dessen Folgen beschäftigen. Vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich dabei einem bereits akuten und zukünftigen Problem ausgesetzt, dessen Ausmaße weder sie noch die Wissenschaft vollends kennen. Um Lösungen zu erarbeiten, müssen wir die Folgen und Auswirkungen verstehen, um die richtigen Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Forschende tragen dabei die Verantwortung, die nächste Generationen mit in die Datenerhebung einzubinden, da es sich beim Klimawandel um ein Generationen übergreifendes Phänomen handelt. 

Forschungsziel:
Wir - von der MikroSafari-  erforschen die Auswirkungen des Klimawandels und der Verstädterung auf die Artenzusammensetzung von Insekten und anderen Kleintieren. Warum wir uns auf Städte konzentrieren, ist ganz einfach zu beantworten. Mehr als die Hälfte aller Menschen lebt in Städten und bis zum Jahr 2030 sollen sich, verglichen zum Jahr 2000, die Stadtflächen um den dreifachen Faktor vergrößern. Viele Stadtbewohner haben durch den urbanen Hitzeinsel-Effekt (urban heat-island effect) besonders unter dem Klimawandel zu leiden. Je näher man sich dem Stadtzentrum nähert, desto höher ist die Durchschnittstemperatur, manchmal bis zu 10°Celsius in heißen Sommernächten. 

Diesen Hitze-Gradienten vom Stadtzentrum zum Stadtrand wollen wir nun mit Schulen und Familien der Schülerinnen und Schüler über ein Wochenende/ 4 Tage im Mai  beproben, und uns dort die verschiedenen Arten anschauen. Dabei möchten wir herausfinden:

  • Wie verändert sich die Diversität der Bodentiere bei steigender Durchschnittstemperatur sowie steigender Urbanisierung?

Städte als ideales Klimalabor:
Auf diese Weise nutzen wir die Stadt als eine Art Simulation des Klimawandels, bei der wir erkennen welche Arten tolerant gegenüber einer erhöhten Durchschnittstemperatur sind und welche Arten verschwinden werden. Bei einem zu erwartenden Temperaturanstieg von 1,5 °C innerhalb der Jahre 2030 und 2052, sind das wertvolle Informationen, auf die wir dann dementsprechend reagieren können. Ameisen, Schnecken, Käfer, Spinnen und viele weitere Kleintiere sind wichtige Teile unseres Ökosystems und übernehmen Aufgaben wie Kompostierung, Bestäubung, Nahrungsangebot und vieles mehr. Könnte ein solch ein Faktor wegfallen, müssen wir darauf vorbereitet sein und versuchen dies zu verhindern. Sie sind außerdem wichtige Bioindikatoren, da die Klima-Veränderungen auch die Menschen betreffen werden.

Gemeinsam Wissen schaffen:
Wie oben erwähnt, wollen wir hier nicht einfach als Uni-WissenschaftlerInnen Daten erheben, Daten auswerten und dann nur im Elfenbeinturm der wissenschaftlichen Gemeinschaft die Ergebnisse ausdiskutieren. Deshalb bauen wir Partnerschaften mit verschiedenen Schulen in den Städten Berlin, Halle und Leipzig auf, und wollen unser Experiment gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern durchführen. Wir möchten gemeinsam mit der jüngeren Generation in diesem Citizen-Science Projekt forschen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen. Dann können wir auch gemeinsam diskutieren, wie biodiversitäts-freundliche und klimaresiliente Städte aussehen können.

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